Als Kausalität bezeichnet man den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Jede Wirkung muss eine Ursache haben. Die Bedingungen des Anfangs sind bestimmend dafür, wie etwas endet.
Im Weltgeschehen läuft nichts ab ohne hinreichenden Grund. Das Wichtigste, was wir daraus ableiten und erkennen können, ist die Tatsache, dass alle Abläufe in sich schlüssige Prozesse sind und jede Wirkung eine Ursache haben muss.
Wirkungen stellen wir zwar fest, sind aber manches Mal nicht in der Lage, die Ursache zu erkennen. Alles wissenschaftliche Forschen besteht größtenteils aus der Suche nach den Gründen, warum etwas ist, so wie es ist. Dies bedeutet, die Wissenschaft folgt immer dem Gesetz der Kausalität. Sie will Antworten geben auf die Fragen nach den Ursachen bestimmter Wirkungen, Erscheinungen, Phänomenen und Gegebenheiten.
Kausalität ist also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse oder Zustände. Es ist immer ein Prozess, welcher einen Anfang und ein Ende hat. Wenn es bei solchen Prozessen um Wechselbeziehungen zwischen zwei oder mehreren Merkmalen geht, spricht man auch von Korrelationen. Das eine steht in Beziehung zum anderen, bedingt es aber nicht zwangsläufig. Korrelation ist daher nicht zwangsläufig mit Kausalität gleichzusetzen.
Die Frage nach den Ursachen des Geschehens in der Welt besteht seit Anbeginn des philosophischen Denkens. Bereits die beiden Vorsokratiker Heraklit und Demokrit haben das Kausalitätsprinzip formuliert: Nichts in der Welt geschieht ohne Ursache. (nihil fit sine causa)
Das größte und gravierendste Beispiel für Kausalität ist natürlich die „prima causa“, der Urknall, bzw. die Entstehung des Universums. Dies ist das größte Menschheitsgeheimnis. Wir wissen nichts über die Ursache und an einen Verursacher können wir nur glauben. Aber wir wissen, dass wir während unserer kurzen Lebenszeit Teilnehmer an diesem gewaltigen Prozess sind, von dem wir wiederum nicht wissen, wann und wie er einmal enden wird. Ob und wie dieser Prozess einmal enden wird, wissen wir nicht. Wir müssen aber vermuten, dass alles in einer anderen Form weiter existieren könnte.
Nachfolgend sei noch auf drei Begrifflichkeiten der Kausalität hingewiesen:
- Monokausalität
- Multikausalität
- Kausalketten
Zu 1) Eine einzige Ursache oder ein Ereignis verursacht ein weiteres Ereignis. Es ist auch möglich, dass dieses eine ursächliche Ereignis mehrere Wirkungen entfaltet.
Zu 2) Bei einem multikausalen Geschehen sind immer mehrere Ursachen im Spiel. Sie bewirken ein oder mehrere Wirkungen.
Zu 3) Kausalketten bilden sich als komplexes Geschehen. Es gibt einen Gesamtzusammenhang, der sich aufspaltet in einzelne Schritte, diese sind zeitlich nacheinander gereiht und voneinander abhängig.
Auf der Erde läuft also alles in kausalen Zusammenhängen ab. Wenn wir den Faktor Zeit nehmen, könnte man sagen, dass die Vergangenheit und die Zukunft miteinander korrelieren. Die Zukunft ist abhängig von der Vergangenheit.
Alles Geschehen läuft in einem permanenten, zeitlichen Prozess ab, wobei die Gegenwart eine fließende Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft ist.
Übertragen auf das „Ursache-Wirkungs-Prinzip“ ist also die Vergangenheit die Ursache für die Wirkung, für das, was in der Zukunft passieren wird. (Die Gegenwart ist für uns Menschen nicht fassbar, sie ist nur die Schnittstelle.)
Alles Geschehen läuft ab in der hier geschilderten Kausalität.
Fazit:
Alles hängt mit allem zusammen. Geist und Materie, Vergangenheit und Zukunft, wobei wir nicht wissen, ob die Vergangenheit ganz vergangen ist oder noch in der geistigen Welt weiter existiert. Jedenfalls wirkt sie noch sehr lange und unendlich stark in die Zukunft hinein.
Hinweis:
Es gibt im Buddhismus einen wesentlichen philosophischen Grundgedanken, den Begriff des „Karma“, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Dies ist bestimmend für das menschliche Leben auf der Erde.
Uwe Ruppenthal, Berlin, den 20.11.2024